Oktober

Bewegung (das einzig Beständige ist die Veränderung)

Was die Bewegung betrifft, da schossen mir sofort unzählige Bilder durch den Kopf. Die umfassten allerdings nur den praktischen, bzw. technischen Teil der Aufgabe – die Langzeitbelichtung.

Bezüglich der Beständigkeit, die nur die Veränderung ermöglicht, hatte ich wieder mal ein Brett vor dem Kopf. Zugegeben, ich mag Wortspielereien. Ganz besonders solche, die sich zu widersprechen scheinen, auf den ersten Blick paradox anmuten, auf den zweiten Blick aber nichts anderes als die Wahrheit (im epischen Sinne) bekunden. Warum hatte ich also solche Schwierigkeiten zu verstehen, was Paleica damit meint? Denn nichts anderes ist dieser Satz ja: episch. Tiefgründig.

Das einzig Beständige ist die Veränderung

Jetzt, da ich diesen Satz verstehe, ist er für mich etwas, das ich gerne eine ‚Ewige Wahrheit‘ nenne. Aber bevor wir uns jetzt in Wortklaubereien und Definitionsfragen ergießen, beginnen wir lieber mit Serie Nr.1, sonst wird das hier wieder ein ‚episches‘ Werk. Und zwar nicht im Sinne der Tiefgründigkeit, sondern eher bezüglich meiner überbordenden Mitteilsamkeit. Und das würde ich Euch diesmal gerne erparen, denn wie heißt es doch so schön: In der Kürze liegt die Würze.

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Wohlan denn. Serie Nr. 1. Die Langzeitbelichtung

Einzig beim letzten dieser drei Bilder wußte ich die Langzeitbelichtung bewußt einzusetzen. Mit anderen Worten: Ich kannte das Wort, hatte mir aber noch nie weiters Gedanken darüber  gemacht, was Langzeitbelichtung eigentlich kann.

Bei Bild 1 ging es mir nur darum, den von unten her schwach beleuchteten Kamin sichtbar zu machen – nachts um halb eins wollte ich dieses Bild mit Stativ und Fernauslöser bewaffnet unbedingt festhalten. Die dahinziehenden Wolken waren ein schöner Nebeneffekt, den ich damals aber noch nicht verstand. Wahrscheinlich hättet Ihr Euch totgelacht, wenn Ihr dabei zughört hättet, wie ich Colognelia davon vorschwärmte und sie daraufhin ganz gelassen meinte: „Naja, so ist das halt mit der Langzeitbelichtung.“

Bild 2 war ein Zufallstreffer, als diese Entendame es vorzog, den Kopf in den Sand, pardon, ins Wasser zu stecken, statt von mir fotografiert zu werden. Und genauso schnell, wie es auf dem Foto aussieht, hat sie das auch getan.

Bild 3 war ebenfalls ein Zufallstreffer. Jedoch eher dahingehend, dass es eigentlich schon viel zu dunkel war, um noch irgendwas brauchbares herauszuholen, denn wie so oft hatte ich kein Stativ dabei. Bitte! Ich war auf dem Weg zu REWE, und wer packt schon das Stativ ein, wenn er einkaufen geht… 😉

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Serie Nr.2. Fort-Bewegung

Ich dachte, ich nehme die ‚Bewegung‘ mal wörtlich und setze noch einen oben drauf – Fortbewegung eben.  Das oberste Bild sieht aus, als würde der Vergnügungsdampfer geradezu übers Wasser düsen. Tatsächlich schipperte er aber in gemächlichem Tempo dahin. Aufgenommen im Juli 2011 bei ‚Kölner Lichter‘

Bild 2: Aussicht vom Triangle-Turm (LVR-Tower) in Köln-Deutz. Colognelia und ich standen am 07. Dezember 2010 dort oben, um den Ausblick bilddokumentarisch festzuhalten.

Bild 3: U-Bahn Bockenheimer Warte, Frankfurt. Eine der schönsten (und saubersten) U-Bahnhaltestellen in Frankfurt, die ich bislang gesehen habe. Und eine der leersten scheinbar auch. Was wiederum der Grund sein mag, warum es hier so sauber ist. Falls ich mich irre, korrigiert mich ruhig, oh Ortskundige und Studenten, ich frequentiere diese Gegend nämlich nicht sehr oft 😉

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Serie Nr.3. Das einzig beständige ist die Veränderung

Ja, Ihr Lieben, der Groschen ist doch noch gefallen. Aber erst, nachdem ich mich eingehend in meinem Foto-Archiv umgeschaut habe. Und ich staunte nicht schlecht, als ich tatsächlich auf drei Bilder stieß, die ganz gut zu passen scheinen.

Bild 1: Die Zeit. Sie steht nie still, unbarmherzig zwingt sie uns, weiterzugehen. Auch wenn wir glauben, stillzustehen, uns nicht weiterzuentwickeln, auf der Stelle zu treten – die Zeit läuft. Immer weiter. Ob wir das wollen oder nicht. Ständig. Be-ständig treibt sie die Veränderung voran.

Bild 2 ist für mich das Paradebeispiel für die Beständigkeit. Dieses Bild ist im Frühjahr dieses Jahres entstanden, als das Meisen-Pärchen sich balzenderweise direkt über mir miteinander vergnügte. Ein Kreislauf, der immer wieder von vorne beginnt.

Wofür auch Bild 3 steht. Doch anders als unsere tierischen Mitgeschöpfe ist der Mensch der Verursacher einer jeden Veränderung. Das Tier unterwirft sich. Nicht, weil es das so will, sondern weil ihm nichts anderes übrig bleibt. Doch das ist ein anderes Thema…

An diesem Baum – sinnigerweise Schnullerbaum genannt (im Park der Städtischen Kliniken Frankfurt Höchst) – hängen unzählige Schnuller. Und jeder dieser Schnuller wird ein anderes Schicksal tragen. Jedes Leben wird sich anders entwickeln. Nicht einfach nur gut oder schlecht, sondern mit allen erdenklichen, möglichen, unmöglichen, glücklichen, unglücklichen Aspekten. So oder so, und egal wie – es wird sich entwickeln. (…) Und ganz egal, wie die Zukunft aussehen mag, generell oder individuell, die Veränderung lässt sich nicht aufhalten. Dennoch wird es weiterhin (sinnbildlich) Schnullerbäume vor den Kliniken dieser Welt geben. Und hierin liegt die Beständigkeit. Wenn das nicht episch ist, dann weiß ich auch nicht 😉

PS: Nach knapp einem Jahr ‚Gesetz der Serie‚ weiß ich definitiv: mich kurz zu halten gehört nicht zu meinen Stärken. Daran sollte ich vielleicht etwas ändern

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4 Antworten to “Oktober”

  1. da sind ja viele tolle bilder dabei. und langzeitbelichtungen finde ich sowieso großartig. eine schöne idee zur themenumsetzung! thumbs up!

  2. Schöne Beispiele zu den jeweiligen Themen! Nicht jeder hat das Glück, auf dem Weg zum Einkaufen an einem so hübschen Wässerchen vorbeizukommen – mein Favorit aus der ersten Kollektion. Bei der zweiten gefällt mir der U-Bahnhof am besten. So ein Bild würde ich auch gerne mal hinkriegen. Aus der letzten Sammlung gefallen mir die Meisen am besten, herrlich frühlingsfrische Dynamik, toll eingefangen! 🙂

    • Dankeschön, meine Liebe 🙂
      Leider passiert es selten, dass ich das kleine Bächlein (das momentan so gut wie gar kein Wasser führt) mit dem Einkaufen verbinden kann, weil ich so viel nicht tragen kann. Aber es ist ja nur ein paar Fußminuten entfernt. Einen Teil davon kennst Du übrigens auch – Juni 2010. Weißte noch? 😉

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