Loslassen

Man sagt, wenn man ein Kleidungsstück zwei Jahre nicht getragen hat, sollte man es entsorgen. Auch wenn man noch so sehr dran hängt.

Bei Kleidern, Büchern, Geschirr und anderem Krimskrams – Dingen eben –  fiel mir die Trennung nie sonderlich schwer, und würde es nach mir gehen, hätten wir im Keller locker Platz für ein Gästezimmer von beträchtlichem Ausmaß.

Anders verhielt es sich jedoch mit der Loslösung von meinen beiden Fanpages. In ihnen steckten nicht nur fortwährende Arbeit und Hingabe, sondern auch Erfahrungen und Freundschaften, die sich durch die gemeinsame Liebe zu den jeweiligen Künstlern entwickelt und weiterentwickelt haben – Erfahrungen, die durch nichts zu ersetzen sind, und die ich nicht missen möchte.

Insgesamt 10 Jahre habe ich John Waite und Jared Leto / 30 Seconds to Mars geschenkt.

Daher war es nicht leicht, eine längst fällige Entscheidung zu treffen: entweder weiterhin den größten Teil meiner Zeit am Rechner verbringen, oder langsam wieder anfangen, zu leben. Und zwar das eigene. Leben.

Am 15. Mai 2012 wurden waite4you und jaredleto-germany abgeschaltet.

Mit einer Mischung aus Wehmut und Erleichterung löschte ich sämtliche Daten und Dateien von meinem Läppi, bis schließlich nichts mehr an meine Web-Laufbahn erinnerte. Das heißt – fast nichts. Den gut 20 Zentimeter hohen Stapel an Informationsmaterial, dem ich die Biografien verdanke, wollte und konnte ich nicht dem Altpapier zuführen.

Bis heute…

Von ein paar ‚geschäftlichen‘ Briefen von John Waite (wegen Urheberrechte) und einem Autogramm im A3-Format konnte ich mich dann aber doch nicht trennen…

Advertisements

~ von PeM - 7. August 2012.

13 Antworten to “Loslassen”

  1. Das Gute ist (andere mögen das vielleicht anders sehen), unsere Erinnerungen können wir nicht einfach wegschmeissen. Anders als unsere Kleider machen unsere Erinnerungen einen Großteil dessen aus, wer wir sind. Aber ein gründlicher Hausputz dann und wann ist notwendig, damit wir uns in diesem Häuschen noch wohlfühlen.
    Ich denke, je weniger uns mit der Vergangenheit verbindet, desto Besonderer wird sie für uns. Egal ob gute oder schlechte Erfahrungen, wir können dann mit einem Lächeln darauf zurückblicken. Denn ohne sie wären wir nicht da, wo wir sind.
    Auf zu neuen Ufern! 🙂

    • Sicher gibt es viele Erinnerungen, die man gerne wegschmeißen würde, ich hätte da auch ein paar auf der Pfanne. Aber auch die haben ihren Wert. Vielleicht bringen sie uns nicht zum Lächeln, aber dennoch ist der Rückblick auf sie wichtig. Auch wenn man es nicht will…

      Vielen Dank auch für Deine Meinung, Mimi!

  2. Kann mir gut vorstellen dass es etwas Ueberwindung gekostet hat, aber die Erinnerung bleibt, auch ohne die Daten auf Deinem Rechner.
    Fan bleibt Fan, so oder so 🙂

    saludos

    • Ja, es sind halt nur ‚Dinge‘, die seit Jahren unangetastet herumliegen, auch wenn sie für mich von Bedeutung sind. Aber man kuckt nie mehr rein, weißte. Und deshalb bleiben es am Ende eben einfach nur ‚Dinge‘. Die Zeit, in der der ideelle Wert überwog, ist vorbei. Und yepp, Fan bleibt Fan, so oder so 😉

      Danke für Deine Meinung, Ruediger!

  3. Das ist ein schönes Stapelbild. Dass Du so ein tolles Autogramm hast, wusste ich gar nicht. Das hätte ich mir gerahmt und an die Wand gehängt. 😉

    So ein Cut hat auch etwas sehr Befreiendes und Erfrischendes. Wenn der richtige Moment dafür gekommen ist, dann ist es auch manchmal gar nicht mehr sooo schwer.

    • „Das hätte ich mir gerahmt und an die Wand gehängt.“
      Hatte ich! *lach*

      Ja, das war es auch – befreiend. Es war sozusagen das Grande Finale der Fanpage-Geschichte… 😉

  4. ich kenne diese phasen, wo man irgendwie in ein hobby reinstolpert, das die gesamte lebenszeit in anspruch nimmt und man irgendwann merkt, dass es mehr druck als freude ist. mir ging es beim bloggen eine zeitlang so. es ist schwer, einen schlussstrich zu ziehen oder die gewohnheiten zu ändern, aber es zahlt sich aus.
    so rigoros wie du, material löschen, das hätte ich nicht geschafft. aber zurückstecken, es liegenlassen… das ist oft notwendig! und man MUSS sich ja nicht von allem trennen!

    • Ich kann es nicht liegenlassen. Wenn, dann muss es weg. Nur dann ist bei mir eine Loslösung möglich.
      Was die Löschung der Daten betrifft – ich habe sie nur auf meinem Läppi hier gelöscht, sie liegen noch auf einer externen Festplatte. Zumindest noch so lange, bis ich weiß, dass auch gar keine Rechnung mehr kommt.

      „und man MUSS sich ja nicht von allem trennen!“
      Nein, natürlich nicht. Die Erinnerung bleibt ja 😉
      Spaß beiseite, man muss halt abwägen, welchen, und welche Art Wert die ‚Sache‘ für einen hat. Und Musikmagazine und Artikel sind kein Vergleich zu einem Autogramm mit persönlicher Widmung. Wobei mir an Autogrammen eigentlich gar nichts liegt. Es ist die Geschichte hinter diesem Autogramm 🙂

  5. Ja, das kann ich mir gut vorstellen dass es Dir sehr schwer fiel Dich von dieser *Zeit* zu trennen. Aber, irgendwann muss es denn einfach sein . Du hast ja nur die Daten und nicht die Erinnerung ausgelöscht.
    LG, Thea

    • Genau, Thea. Die Daten sind noch extern gespeichert, und falls die Erinnerung auch irgendwann verblasst, frische ich sie halt wieder auf 😉

  6. Na, von manchen Dingen darf man sich eben nicht trennen:-)

Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

 
%d Bloggern gefällt das: