Der offene Bücherschrank

Wenn ich etwas nicht wegwerfen kann, dann sind das Bücher. Egal, ob ich sie interessant oder doof finde, mit Büchern bin ich aufgewachsen, und deshalb sind sie für mich etwas besonderes. Leider musste ich aber erst kürzlich die Erfahrung machen, dass die Stadtbücherei einem frischen Lesestoff fürs Volk nicht gerade aus den Händen reißt. Es wäre ja noch verständlich, wenn sie Reiseführer von 1984 ablehnen, dass aber auch original verpackte Romane mitleidig lächelnd für den nächsten Bücherflohmarkt erwogen werden, hebt nicht gerade den Willen, dieser städtischen Einrichtung in dieser Hinsicht weiterhin unter die Arme greifen zu wollen.

Umso mehr freute ich mich gestern, als ich auf dem Weg in den Kleingarten meiner Schwiegermama folgenden Kasten…

… mit folgender Aufschrift entdeckte:

Ach, dachte ich hocherfreut, das ist ja mal ’ne tolle Idee! Ich war tatsächlich so begeistert, dass ich am liebsten schnurstraks nach Hause geeilt wäre, um den Rechner hochzufahren *grins*. So aber gab ich mich erst mal damit zufrieden, die Kamera zu zücken, und danach neugierig den Inhalt dieses Offenen Bücherschranks zu inspizieren. Und siehe da, ungefähr in Augenhöhe ‚lacht‘ mich Das Buch der Bücher an.

Was daran so besonders ist?

Nun, zwei, oder drei Tage vorher fragte mich meine Lieblingsfreundin Colognelia, ob ich eigentlich ein Neues Testament besäße! Ja, sagte ich, aber ich habe keine Ahnung, wo es ist.
Hm.
Ja, wo… ist es eigentlich?
Ich also die halbe Bude, inklusive Keller und Festplatte, sprich Hirn, abgesucht und nirgends dieses kleine Büchlein gefunden, welches sich tatsächlich schon seit ca. 30 Jahren in meinem Besitz befindet.
Ohne Erfolg.
Es war wie vom Erdboden verschluckt.

Tja, und gestern finde ich diese Luther-Bibel, die sowohl das Alte, als auch das Neue Testament enthält, auf meinem Weg in die Kleingartenanlage, der mich außerdem noch, nicht wie sonst durch den Stadtpark führte, sondern mitten durch Höchst, weil mir die Haarspülung ausgegangen war…

Es gibt schon verrückte ‚Zufälle‘, was? 😉

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~ von PeM - 4. Juli 2012.

14 Antworten to “Der offene Bücherschrank”

  1. Das ist ja wirklich eine super Idee! Ich hätte auch einige Bücher, mit dem ich den Schrank glatt füllen könnte, und wer weiß, vielleicht würde mir ja auch etwas gefallen?

  2. Das ist wirklich mal wieder ’ne Geschichte, wie sie sein soll. 😀 Wie ich das liebe, wenn es so „fluppt“. Ich hätte hier auch gerne so einen Schrank in der Nähe, das ist wirklich ’ne super Idee, von der man nur hoffen kann, dass sie bald überall umgesetzt wird. Sieht aus, als hätte der Schrank ’ne Blätterkrone. 😉
    Ach, und vielen Dank für die Blumen… ♥

    • Mich haut das jedesmal um, wenn es so ‚fluppt‘. Nun isses nicht so, dass mir sowas dauernd passiert, aber schon öfter mal. Und immer wieder haut es mich von Neuem um 🙂

      Vielen Dank, meine Liebe, und die Blumen kommen von Herzen 😉

  3. In Bayreuth gibt so einen Schrank auch und der wird gut frequentiert.
    Eine super Idee…
    LG Smilla

  4. Die Idee des offenen Bücherschranks finde genial. Bei Umzügen schenkte ich meine aussortierten Bücher jeweils dem „Bücher-Brocki“.
    LG Claudia

    • Wer ist denn der Bücher-Brocki?

      • Ich wohnte bis vor kurzem in Zürich, dort gibt es sogenannte „Bücher-Brocki“. Ein Brockenhaus (abgekürzt Brocki) ist ein Gebrauchtwarenladen. Es gibt dort nur gebrauchte Bücher. Nicht mehr benötigte Bücher können gratis abgegeben werden und natürlich kann dort für einen kleinen Preis Bücher gekauft werden.

      • Oh, das kann man bei unserem ‚Brocki‘ sicher auch machen, es gibt so einen hier um die Ecke! Allerdings gibt es auch die Stadtbücherei um die Ecke, und es hat mich ein bisschen enttäuscht, dass die offenbar wählerisch sind… *grmpf*

  5. Ich muss schon sagen, eine wirklich starke Idee. Schade dass ich diesen Schrank nicht besuchen und bestuecken kann, noch nicht 🙂

    saludos

    • Ich habe heute zwei Bücher mit dazugestellt 🙂 Allerdings wäre es schön, wenn er nicht als Ablageplatz für… Also, es lagen ein paar halbzerfetzte Groschenromane drin, umgefallene Bücher blockierten den Raum. Macht sich wohl keiner mal die Mühe, ein bisschen Hand anzulegen, wenn er was reinstellt, einfach rein damit und fertig. Wenn das dann so rumpelig aussieht da drin, ist es nur eine Frage der Zeit, wann’se den Offenen Bücherschrank wieder ‚dichtmachen’… 😐

  6. Sowas haben wir hier auch – als Telefonzelle „getarnt“ 😀

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