Recycling-Ideen

Wer Kerzen liebt, kennt das Problem bestimmt: Was mach‘ ich mit den Kerzen-Resten?

Nach meiner Erfahrung landen diese meistens im Müll. Dabei kann man doch wunderbar seine eigenen Kerzen damit herstellen, wenn man genug beisammen hat. Ist zwar mit etwas Mühe verbunden, aber auf jeden Fall einen Versuch wert.

In der Zwischenzeit hatten sich kiloweise Kerzenreste bei mir angesammelt. Meine Kerzenleidenschaft unterstützend versorgte meine Schwiegermama mich noch zusätzlich mit ‚Material‘.

So zog ein Jahr ums andere ins Land und der innere Schweinehund ließ  einfach nicht von mir…

Bis mein Göttergatte mir im November (2011) die Lösung präsentierte: Das Schmelzfeuer zum Kerzen-Recyceln von Denk! Aloha, wenn das keine Idee ist, dann weiß ich auch nicht! Es würde mir eine Menge Mühe ersparen.

Mit 49,90 Euro nicht gerade billig, drehte und wendete ich die Fakten und suchte nach dem berühmten Haken. Den es nicht gäbe, wie mir die freundliche Verkäuferin bei Weltbild versicherte, und falls ich wider Erwarten doch Probleme damit haben sollte, könne ich mich freundlichst an sie wenden, da sie das Schmelzfeuer ebenfalls zuhause hätte.

Ich ließ mich darauf ein, bezahlte meine 49,90 und freute mich, meine Kerzenreste auf so einfache Weise verwerten zu können. Bei der Menge, die ich inzwischen gehortet hatte, würde es sich auf jeden Fall rechnen.

Leider ist nicht alles Gold, was glänzt, wie es so schön heißt, und schon nach kurzer Zeit – genaugenommen ab dem Zeitpunkt, an dem die bei Lieferung vorhandene Füllung sich dem Ende neigte und  ich dem Schmelztiegel meine eigene zugeführt hatte – fing das Ding an zu mucken.
Die Flamme ließ sich nur noch schwer bis gar nicht mehr enzünden und falls doch, stank es die ganze Wohnung aus, als hätte ich mit einem in Spiritus getränkten Wischmob die Bude geputzt.

Ich war kurz davor, das Ding zurückzubringen und mein Geld zurückzuverlangen. Aber um eine potentiell peinliche Situation zu vermeiden, wälzte ich erst einmal die beiliegende Bedienungsanleitung.

Um es kurz zu machen, der langlebige Glasfaserdocht reagiert (u.a.) zickig auf (bunte) billig-Ware. Sei man in Besitz solcher Kerzenreste, dann achte man doch bitteschön darauf, diese mit mindestens 50 Prozent hochwertiger Kerzenreste zu mischen, sonst verrußt und verklebt die Geschichte, und man muss den Docht dann erst wieder säubern, um weiterhin in den Genuss einer schönen Flamme zu kommen. Hierzu stelle man den Schmelztiegel bei ca. 100 ° in den Backofen, etc., etc., etc…

Na, super!
Da kann ich mir meine Kerzen auch gleich – wie ursprünglich angedacht – selber machen!

Nun war das Jahr 2012 bereits angebrochen und ich wollte das Schmelzfeuer, ehrlich gesagt, nicht mehr missen, denn es hatte wirklich eine sehr schöne, unkaputtbare Flamme. Inzwischen hatte ich auch eine Methode gefunden, den Ruß schnell und problemlos zu entfernen (mache ich jetzt täglich während einer meiner Zigarettenpäuschen auf dem Balkon – Docht kurz erhitzen und den Ruß mit einem Schaschlikspieß abkratzen. Dauert keine fünf Minuten) .

Was die Kerzenreste betrifft, die trenne ich jetzt halt zwischen hochwertig / nicht eingefärbt und weniger hochwertig. Aus den weniger hochwertigen mache ich – ha-ha – meine eigenen Kerzen. Hier die ersten Ergebnisse:

Okay, die sind natürlich noch stark verbesserungswürdig, aber hey – sie brennen! 🙂

Wenn auch nur auf dem Balkon, denn angesichts des hohen Ruß-Wertes möchte ich die Dinger nicht in der Wohnung haben. Und wenn alle Kerzenreste aufgebraucht sind, wird nur noch hochwertige Ware angeschafft.

Fazit: Wenn das Schmelzfeuer schon nicht ganz meine Erwartungen erfüllt hat, so hat es mich doch eins gelehrt: Ich hätte nie gedacht, wie unterschiedlich Kerzen beschaffen sein können. Beim Zerhacken der Reste entwickelt man langsam ein Gefühl dafür.

Ob ich noch mal 50 Euro für so ein Ding ausgeben würde? Ich glaube nicht…

So, und da wir gerade so schön beim Recyceln sind, eine weitere kleine Erfolgsgeschichte für Fast-Vollzeit-Vegetarier wie mich *grins*

Am Wochenende gehört die Küche meinem Schatzi. Was mir sehr gelegen kommt, denn ich koche nicht besonders gerne. Worin wir beide uns einig sind, ist das Weglassen von Fertigprodukten. Ihr wisst schon. Maggi-, und Knorr-Fix und sowas alles. Wie kriegt man aber ohne das eine wohlschmeckende Soße hin?

Mein Göttergatte mag Mälzer & Co, heißt, wann immer er zufällig in so eine Kochsendung hineinzappt, bleibt er auch drin hängen. Das bedeutete für unsere Soße: Herstellung aus Suppengemüse.
Dummerweise quetscht man dieses Suppengemüse nach dem Garen durch ein Sieb und befördert die Pampe in den Müll. Nicht so meine bessere Hälfte.
„Du sag mal…“, sinnierte er denn auch laut mit dem gefüllten Sieb in der Hand. „Soll ich Dir daraus ein paar Frikadellen machen?“

Gesagt, getan. Wir waren eh‘ grade beim Kochen und wenn es nix werden würde, könnte man die missratenen Gemüse-Klopse immer noch dem natürlichen Kreislauf zuführen.

Ich ging also daran, die Pampe kräftig zu würzen (orientalische Art) und etwas Paniermehl unterzumengen. Nächstes Mal werde ich auch noch ein Ei mit hineinklatschen, denn die Dinger fielen dann doch etwas auseinander, wenn man sie zu scharf ankuckte. Aber geschmacklich waren sie wirklich ein Genuss!

Alles in allem: Ein rundum gelungener Recycling-Sonntag 🙂

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~ von PeM - 28. Februar 2012.

4 Antworten to “Recycling-Ideen”

  1. Die Frikadellen sehen wirklich appetitlich aus.
    Das Kerzendingsbums habe ich mir auch mal angeschaut und
    überlegt. Danke für den Bericht, ich werde es nicht kaufen 🙂

    • Nein, lass es lieber, Ute, es lohnt sich nicht, wenn man nicht mindestens 50 Kilo hochwertiger Kerzenreste hat. Leider… 😐

  2. Deine selbst gemachten Kerzen gefallen mir gut, gerade eben weil sie nicht aussehen wie gekaufte. Gemütlich! Die Gemüseburger sehen richtig lecker aus. Was ist denn in einer orientalischen Gewürzmischung so drin, was diese orientalisch macht?

    • Dankeschön, Süße 🙂

      Oje, was hab‘ ich da alles rein, lass mich mal überlegen… Also, keine orientalische Gewürzmischung, sowas hab‘ ich nicht, sondern einzeln.
      Das war das übliche Salz, Pfeffer, Papika, dann Curry (reichlich), Piment (auch nicht zu knapp) und Zimt, davon allerdings erst mal vorsichtig, weil ich nicht wußte, wie sich das am Ende auswirkt. Hätte dann ruhig etwas mehr davon sein können 😉
      Falls ich noch was ‚exotisches‘ reingemacht habe, hab‘ ich’s vergessen. Curcuma könnte evtl. noch dabei gewesen sein, bin mir aber nicht mehr sicher…
      Falls Du noch einen Tipp hast zum orientalischen Würzen, nur her damit 🙂

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