Ein nebliger Oktobermorgen

Seit der Herbst Einzug gehalten hat, jage ich ihm hinterher – dem Nebel. Ich hätte ihn ernst nehmen sollen, als er eines Nachts vor meinem Balkon aufgetaucht war und sich mir in der ihm so eigenen gedämpften Stille offenbarte, die ich so mag.

Statt sofort den Wecker auf 7:00 Uhr zu stellen, begrüßte ich den Herbst offiziell und freute mich auf die Zeit, in der ich mit der Kamera durch viele neblige Morgen streifen würde.
Dem war nicht so.
Bis jetzt zumindest nicht.
Bis auf einen einzigen Freitag Morgen, von dem ich mir wenig bis nichts versprach, da der Nebel nicht besonders dicht war. Ich schwang mich trotzdem auf meinen Drahtesel, um an den Main zu radeln, und siehe da – Nebel, so weit das Auge reicht. Und das war nicht sehr weit!

Wäre ich doch nur eine Stunde früher losgefahren…

Die beiden Bilder unten zeigen die Leuna-Brücke, auch als Soda-Brücke bekannt. Sie hieß so, weil sie quasi 12 Jahre lang einfach nur so da stand. Ziel dieser Brücke war es, den Verkehr um Höchst herum zu leiten. Als man 1988 mit den Bauarbeiten begonnen hat, bedachte man jedoch nicht das Naturschutzgebiet, die Schwanheimer Dünen, durch die die Brücke samt ihres nachfolgenden Straßenverlaufs führen würde. Unter anderem. (Mehr dazu hier)
So diente die Soda-Brücke von 1994 bis 2006 lediglich als Zufahrt zum Parkplatz für die Mitarbeiter des Industrieparks Höchst, bis man sich endlich über die Straßenführung dahinter geeinigt hatte. Der Bau dieser 2,2 Kilometer langen Strecke dauerte dann ’nur noch‘ 14 Monate.

Ein Baum auf der ‚Batterie‘, dem Parkplatz am Mainufer links der Leuna-Brücke.

So, und jetzt ab in den Park 🙂
Es ist übrigens nicht der Höchster Stadtpark, sondern der Park zwischen Höchst und Nied, wo die Nidda in den Main mündet (Wörthspitze).

Ich hätte mein Rad mehr links platzieren sollen – wenn es schon im Weg steht, dann richtig, findet Ihr nicht? 😉

Von allen Bänken, die ich bisher fotografiert habe – und das waren derer nicht wenige – ist mir diese die liebste.

Die nächsten Herbstbilder werden dann wieder freundlicher 😉

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~ von PeM - 7. November 2011.

36 Antworten to “Ein nebliger Oktobermorgen”

  1. Traumhafte Nebelbilder, wunderbar. So gesehen ist der Nebel wunderschön.

    • Vielen Dank, Ute 🙂
      Ich habe mich über diesen Nebel auch sehr gefreut, und doch fielen mir mindestens noch drei andere Orte ein, an denen ich zum selben Zeitpunkt auch gerne gewesen wäre. Aber man kann sich halt nicht zerteilen, sondern muss sich in Geduld üben, und auf den nächsten Nebel warten 😉

  2. Hast Du also endlich Deinen Herbstnebel. Und konnest ein paar schöne Herbstnebelstimmungen auf dem Chip verewigen. Ich habe ja schon fast nicht mehr damit gerechnet. Bei der permanenten Sonnenbestrahlung. Selbst hier oben im Norden war Nebel eher Mangelware. Dafür dann gestern ganztägig. Nur Nebel, nicht anderes.
    Besonders spannend finde ich übrigens das erste Bild. Man hat den Anschein, als schaue man aus etwas raus. Oder durch die Augen von jemand anderem.
    Und natürlich mag ich die beiden Tau-/Nebeltropfenperlenkettten. Und das einzelne Blatt auf den Steinen / Bank. Und…
    LG Michel

    • Vielen Dank, Herr Müller *freu*
      Oh, so habe ich das erste Bild noch gar nicht gesehen! Ich stand direkt unter dieser mächtigen Leuna-Brücke. Bedrückendes Gefühl… Nebel ist immer auch ein bisschen unheimlich. Er verschluckt die Töne und es könnte jemand hinter dir stehen, ohne dass du es merkst. Schon irgendwie gruselig. Aber ich mag ihn einfach.

      Die Tau-/Nebeltropfenperlenkettten sind nichts im Vergleich zu Deinem Spinnennetz. (Damit der geneigte Leser weiß, wovon ich rede, biddeschön >>> http://muellerssicht.wordpress.com/2011/09/page/3/)
      Auf sowas schönes bin ich leider noch nicht gestoßen, zumindest noch nicht mit der Kamera im Gepäck 😉

  3. Da hast Du uns aber wieder mal was Feines gezeigt! Nach all dem knalligen Herbstbunt ist das richtig entspannend, so still und auch irgendwie „langsam“, als hielte die Welt eine Verschnaufpause. Die „Perlenkette“ und das Tropfenbild gefallen mit am besten, auch die Bank gefällt mir sehr gut und die Brücke. Die Geschichte zum Namen „Soda“ ist ja mal wieder witzig. Ich habe hier überhaupt noch gar keinen Nebel gesehen. Wahrscheinlich steh ich auch einfach zu spät auf. 🙂

    • Dankeschön, Süße *freu*
      Naja, spät ist relativ. Diese Bilder sind zwischen 10:00 und 11:00 Uhr vormittags entstanden. Als der Nebel sich in Höchst fast schon verzogen hatte, hielt er sich noch wacker am Main 😉

      „Nach all dem knalligen Herbstbunt ist das richtig entspannend, so still und auch irgendwie „langsam“, als hielte die Welt eine Verschnaufpause.“

      Wunderbare Formulierung! Aber so ähnlich sehe ich das auch 😉

  4. Superschöne Fotos, jedes einzelne!!

  5. wunderschön! Ich mag die Nebelbilder im Herbst immer sehr, sehr gerne und ärgere mich sehr, dass ich morgens immer zur Arbeit muss. Bis zum Mittag ist unser Nebel nämlich verflogen…
    Die tropfenden Spinnennetze ist traumhaft.
    LG; Sandra

    • uhaaa, deutsch sprach, schwer sprach…ich entschuldige mich für die Tonnen an Fehlern in meinem Kommentar…Sorry

    • Erst mal – vielen Dank, Sandra! 🙂
      Und dann – welche Fehler? Das kleine ‚w‘ am Satzanfang etwa? Das ist natürlich ein tonnenschwerer Fehler *lach*

      Ja, mit dem Nebel habe ich Glück (sofern sich mal welcher blicken lässt), ich fange erst mittags an zu arbeiten 😉 Aber wenn er zu früh kommt, hab‘ ich auch so meine Last, in die Pötte zu kommen, ich bin nämlich leider eine Nachteule, die gerne früh aufsteht. Passt nicht zusammen? Richtig, muss mich da immer mit mir selbst arrangieren…

  6. Sehr nebulös das alles – aber so mag ich es ja 😉

  7. die wassertropfenbilder sind spitze und die bank mag ich auch sehr.
    ich will auch seit ewigkeiten nebelfotos machen aber ich weiß nicht wo und wann ich nebel UND motive finden kann. seufz.

    • Tipp für Nebelgegenden: Weite Flächen und/oder Wasser. Im Inneren von Wäldern mit ‚hohem Baumaufkommen‘ verliert sich der Nebel leider meistens. Das ist zumindest die Erfahrung, die ich gemacht habe 😉

  8. Nebel so weit das Auge reicht! Wieder eine sehr lesenswerte Entstehungsgeschichte und eine schöne Einstimmung auf traumhafte Bilder.

    Du hast einfach einen sehr guten Blick für kleine und große Motive und kannst das technisch auch super einfangen. Aber was mich besonders an Deinen Bildern anspricht und berührt, ist, dass ich das Gefühl habe, dass Du sehr im Einklang mit Deinen Motiven und dem Fotografieren bist, das tut etwas, auch wenn’s schwer zu beschreiben ist. 🙂

    • Wow, Gefrorene Zeit, Dein Kommentar haut mich um, denn das mit dem Einklang habe ich bis jetzt so nicht gesehen. Geschweige denn, bemerkt…
      Herzlichen Dank für Deine Meinung! 🙂

  9. Stimmige Worte zur herbstlichen Fotoserie. Nebel ist auch fuer mich immer wieder beeindruckend, alles wirkt irgendwie bleischwer, es ist still und die Stimmung eine ganz besondere.
    Das Bankfoto ist richtig klasse, stark die Perspektive und die dadurch entstehend Tiefe im Bild. Wettermaessig kann ich da mal wieder nicht mithalten, schade eigentlich, denn nur Sonne ist auch langweilig:-)

    saludos

    • Also, die Bank ist mir ein Rätsel, ich habe tatsächlich keine Ahnung, warum das Bild so aussieht, wie es aussieht, so… plastisch auch. Als würde sie irgendwie… angestrahlt werden. Auch beim farbigen Original sieht das so aus. Nicht, dass mich das stören würde… *lach*

      Und was das Wetter in Paraguay betrifft – Du solltest wieder zurückkommen nach Deutschland! 🙂

      Herzlichen Dank für Dein Lob, Ruediger 🙂

  10. Wow, was für s○chöne Nebel-Bilder! Meine Favoriten sind das fünfte und das letzte Bild. Sehr, sehr schön!

    Mir geht es da wie Paleica: Ich würde auch gerne mal Nebelfotos machen, aber die richtige Idee, wo ich den mal erwischen könnte, hatte ich bisher noch nicht. Wobei mir da gerade ein Gedanke kommt: Ob ich mein Glück morgen früh mal an einer kleinen Talsperre versuchen sollte?! Hmmm…

  11. Talsperre klingt gut. Talsperre klingt sogar SEHR gut 🙂 Und falls der Nebel Dich im Stich lässt, hast Du immer noch den Erlebniswert 😉

    Vielen Dank, Kathrin!

  12. Wunderschöne Herbstbilder und der Nebel ist toll, könnte nur nie so früh dafür aufstehen 😉

    Ich glaube, ich mag am liebsten das einzelne Blatt auf der Bank, das erste Tröpfchenkettenbild und das letzte mit der einzelnen Bank. Bin gespannt auf die nächsten Bilder…

    • Dankeschön, Ola 🙂
      Schau Dir mal die von Kathrin, der Kommentatorin über Dir an – vielleicht motivieren Dich ihre Bilder, doch mal früh aufzustehen 😉

  13. Keine Sorge der nächste Nebel kommt bestimmt. Deine Fotos sind so super, Nebel hat schon was, irgendwie wirkt es immer etwas mystisch und märchenhaft. Auch Wassertropfen faszinieren mich immer wieder, wie kleine Perlen aufgereiht – wunderschöne Fotos hast Du da gemacht.

    LG Soni

  14. Letztendlich ist das Ergebnis wichtig. Aber ich habe mich schon gefragt, woran es liegen kann, dass mich manche Bilder kaltlassen, obwohl die technisch perfekt sind und ein tolles Motiv zeigen und warum mich auf der anderen Seite Deine Bilder dann so ansprechen.

    Auf eine andere Erklärung bin ich nicht gekommen. Aber bitte jetzt nicht ins Nachdenken kommen beim Fotografieren!!! 😉

    Mach einfach nur so weiter und begeistere und berühre uns mit Deiner Kunst! 🙂

    • „Aber bitte jetzt nicht ins Nachdenken kommen beim Fotografieren!!!“

      Nicht mehr als nötig *lach*
      Vielen Dank, Gefrorene Zeit 🙂

  15. Tolle Aufnahmen, die sehr stimmungsvoll sind. Meine Favoriten sind Nr. 2 und Nr. 3

    Viele Grüße
    Alexandra

  16. Schönes Spiel mit Nebel und Unschärfe! Tolle Serie! Weiter so!

  17. Mmmmh, die Nebelbilder un ter der Brücke und die Tropfenperlenkette aufgehängt zwischen den Zweigen, das sind meine Favoriten der Bilderserie die sehr viel reizvolle Motive bietet.
    Liebe Grüße von:
    Beate

    • Herzlichen Dank, Beate! Die Brücke gehört auch zu meinen Favoriten, obwohl einem gerade bei Nebel eine gar bedrückende Atmosphäre auf die Pelle rückt, wenn man unter ihr steht. Aber vielleicht ist es ja genau das 😉

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