Zurück am gar nicht mehr so grauenhaften Tümpel

Nachdem Colognelia ihre Bilder vom einstmaligen Tümpel des Grauens bereits vor knapp drei Wochen in ihrem Foto-Blog gepostet hat, wird es für mich Zeit, endlich nachzuziehen.

Doch vorher möchte ich mich offiziell bei ihr für diesen schönen Nachmittag (und für ihren Besuch im Allgemeinen) von ganzem Herzen bedanken. Mal abgesehen davon, dass die übrige Zeit, die wir zusammen verbracht haben, wie immer eine Bereicherung war, sind die folgenden Bilder doch überhaupt erst ihr Verdienst, denn wäre sie nicht da gewesen, hätte ich mich an diesem Nachmittag ganz sicher nicht im Höchster Stadtpark getummelt.

Süße, hätten wir mehr Zeit gehab, hätte ich Dir den Rest auch noch gezeigt. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben 😉

So, jetzt aber zu den Libellen.

Wie Nelia ja schon beschrieben hat, wurden wir von einer männlichen, Blaugrünen Mosaik-Jungfer quasi begrüßt. Mords-Brummer, dessen Begutachtung seinerseits, mir meinerseits erst mal eine mächtige Gänsehaut bescherte. So ein schönes Tier! Und gar nicht ängstlich, wie es schien. Eher neugierig umflog es uns mit zwei Kollegen der gleichen Gattung, als wollte es sagen: „Na, wer lungert denn da in unserem Revier herum?“ *lach*

Ich war so beeindruckt, dass ich zunächst mal komplett vergaß, warum wir hier waren. Nachdem ich mich aber gefangen hatte, setzte auch das logische Denken wieder ein. Welches Objektiv hatte ich momentan drauf, welches sollte drauf? Die  Mosaik-Jungfern, wie Nelia inzwischen in Erfahrung gebracht hatte, sind ein gar unruhiges Völkchen. Sie umschwirrten uns unablässig, ein Päuschen schienen sie nicht zu brauchen. Also entschied ich, das 55-250er Zoom draufzulassen. Und ich glaube, das war auch ganz gut so, denn es gestaltete sich als wahres Geduldspiel, die flinken Hubschrauberchen mit der Kamera im Anschlag zu jagen. Dementsprechend niederschmetternd wurde auch das einzige Ergebnis im Flug, siehe Foto.

Nicht auszudenken, was dabei rausgekommen wäre, wenn ich das 100er Makro draufgehabt hätte…
Nachdem ich die Hoffnung schon fast aufgegeben hatte, legte das Kerlchen dann aber doch auf einem Schilfblatt eine kurze Rast ein. Heißa! Ich drückte den Auslöser. Reihenaufnahme, versteht sich. Das Egebnis von etwa einem Dutzend Serienbilder seht Ihr unten. Der Rest war für die Tonne. Was soll’s. Das eine war’s wert 🙂

Was wir viel zu sehen bekamen, waren Rote Heidelibellen. Gemeine Heidelibellen, wie war das noch gleich, Nelia? (Ich darf wohl anführen, dass sie sich innerhalb kürzester Zeit zu einer kleinen Libellen-Spezialistin gemausert hat 😉 ) Okay, eine Gemeine Heidelibelle, männlich, daher rot. Je stärker die Sonne hevorkam, desto zahlreicher wurden sie, ich glaube, fünf gezählt zu haben, bin mir aber nicht mehr sicher. Und wie jede Libelle, liebten auch sie die Sonne. Und das schöne daran war, die setzten sich auch mal hin, um eben diese Sonne zu genießen. Und die blieben auch sitzen!

Ein Fest für jeden Fotografen! Bald wußte ich nicht mehr, um wen ich mich jetzt ‚kümmern‘ sollte, um die geselligeren Heidelibellen oder um die misstrauischen Mosaik-Jungfern, denn die waren ja auch noch da.
Nelia? Um die musste ich mich nicht kümmern, die kam alleine klar *lach*

Da die Heidelibelle nicht ganz so wuchtig und groß ist wie die Mosaik-Jungfer, sondern im Gegensatz eher zierlich, nutzte ich jeden Augenblick, den sich eine von ihnen ein Sonnenbad auf den von der Sonne erwärmten Steinen gönnte. Im Schilf hab‘ ich leider keine erwischt. Das Objektiv habe ich auch nicht gewechselt, sonst hätte ich vielleicht so tolle Makro-Aufnahmen hingekriegt wie Nelia, bei der ich immer das Spiel mit der Schärfe/Unschärfe bewundere. Da ich aber generell kaum Hoffnung auf ein paar gelungene Ergebnisse hatte, wollte ich mir die geringe Chance auf vielleicht zwei, drei Glückstreffer nicht vermurksen, und außerdem: Ich kann doch nicht das Objektiv wechseln, wenn es um mich herum von Libellen nur so wimmelt! *lach*

Genug gequatscht jetzt, von gefühlten zweitausend  Bildern (Reihenaufnahmen, of course *grmpf*) haben es acht in die Endauswahl geschafft. Hier sind sie 🙂 (In der Großansicht kommen die Details besser raus)

Und meine beiden persönlichen Favoriten 🙂

Das Bild oben hatte ich vor ein paar Tagen bereits für das August-Thema des  Gesetzes der Serie ausgewählt, ohne bemerkt zu haben, dass mir bei dem Bild unten etwas gelungen war, was ich mir vor Ort beim Fotografieren so sehr gewünscht hatte: Das Glitzern der Sonnenstrahlen in den Flügeln dieser kleinen Schönheit festzuhalten. Wahrscheinlich blendete mich der zu meinem Missfallen ebenfalls von der Sonne angestrahlte Rastplatz zu sehr, um es zu bemerken. Aber man kann schließlich nicht alles haben…

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~ von PeM - 16. September 2011.

21 Antworten to “Zurück am gar nicht mehr so grauenhaften Tümpel”

  1. Schöne Libellen-Fotos. Sind großartige Tiere, aber irgendwie nie dort, wo ich bin. Ein einziges Mal ist es mir bisher gelungen, sie zu einem Shooting zu überreden.
    Daher bin ich an sich schon begeistert, wenn ich Fotos sehe. Sie dann auch noch im Flug zu erwischen (mit ordentlichem Hintergund und Schärfe) oder so schön freigestellt wie Dein letztes Bild. Toll. Gefällt mir sehr.
    LG Michel

    • Vielen Dank, Herr Müller *freu*
      Ich würde das Ergebnis Deiner Überredungskünste gerne mal sehen, wenn’s recht ist. Wenn es Dir also nichts ausmacht, den Link hier zu posten… 😉
      Die Suche danach in Deinem Blog ging leider ins Leere 😐

      • Recht hast Du. Fotos von Tieren habe ich noch gar nicht gezeigt. Habe auch nicht gar so viele. Eine kleine Libelle kannst Du aber doch finden. Im Kalender 2012 im Juni siehst Du das Ergebnis meiner Überredungskünste (http://muellerssicht.wordpress.com/kalender-2012/). Fotografiert mit ziemlich offener Blende, um nur Schärfe im Bereich von Augen/Körper zu haben. Die Pixel sind der Bildgröße geschuldet.
        LG Michel

  2. Vorab vielen Dank für die lieben Worte, so einen Ausflug müssen wir wirklich noch mal mit viel mehr Zeit im Gepäck machen. ;-). Ich freu mich, dass wir jetzt endlich auch Deine Libellenbilder von diesem Tag genießen können. Ich „beneide“ Dich richtig um die sitzend erwischte Blaugrüne Mosaikjungfer. Die im Flug zu erwischen, ist unheimlich schwer, und ich finde, für den ersten Versuch können wir nicht meckern. Aber auch die – yes! – roten Männchen der Gemeinen Heidelibelle sind richtig toll geworden. Beim letzten Bild gefällt mir das Sonnenglitzern in den Flügeln richtig gut, aber auch die mit den grünen und blau-grau verschwaschenen Hintergründen finde ich sehr schön.

    • Dankeschön, Süße 🙂
      Ja, die auf dem Stein sitzende hebt sich leider nicht so schön von demselben ab, ne. Trotzdem bin ich mit den Ergebnissen insgesamt recht zufrieden, hatte ich doch mit weit weniger gerechnet *freu*

  3. Also daher die „Frau Nachbarin“! Deine Libellenfotos sind spitze. Wusste gar nicht, dass man im Höchster Stadtpark so toll Libellen beobachten kann. Ich fahre dafür meist nach Weilbach an die Kiesgrube. Immerhin kann ich bei uns im Garten regelmässig Rote Heidelibellen fotografieren, aber selten eine andere Art: http://mainzauber.de/crea/2011/09/11/septemberprojekte/
    Da muss ich doch tatsächlich auch mal in Höchst selbst auf die Pirsch gehen oder an der Nidda. Der Möglichkeiten sind ja eigentlich genug.

    Lieben Gruß
    Elke

    • Genau, daher die ‚Frau Nachbarin‘ *lach*
      Ja, ich glaube, in Deinem Blog schon mal über Libellen und die Weilbacher Kiesgrube gelesen zu haben… Falls nicht in DEINEM Blog, dann zumindest in einem Kommentar, den Du in einem anderen Blog hinterlassen hast. Hatte bisher aber leider nicht die Zeit, mir diese Kiesgrube etwas näher anzuschauen 😦

      Der beschriebene Tümpel liegt eigentlich schon fast in Sossenheim, aber noch vor dem Kapellenberg, also immer diese Richtung ansteuern und möglichst am frühen Nachmittag dort aufkreuzen, da so ab 16:00 / 16:30 Uhr das Tümpelchen im Schatten liegt und sich die Libellen dann leider auch nicht mehr sehen lassen.
      Viel Glück dabei, Elke!

      Ach so, hätte ich jetzt beinahe vergessen: Dankeschön 🙂

  4. Ganz phantastische Aufnahmen, eine wie die andere. Deine Geduld hat sich wirklich gelohnt. Ich bin total begeistert.

    • Vielen Dank, liebe Ute *freu* Wizigerweise war es nicht wirklich ein Geduldsspiel als vielmehr die Freude darüber, dass die kleinen Heli’s sich Nelia und mir gegenüber so geduldig gezeigt haben 🙂
      Und die Faszination, sie von so nah beobachten und betrachten zu dürfen 🙂

  5. Bin total begeistert von Deinen Libellen-Fotos. Fantastisch!
    Es sind wirkliche großartige und wunderschöne Tiere, aber irgendwie gibts anscheinend bei uns hier keine, oder wenigstens nicht da, wo ich gerade bin. 😦 Ganz, ganz selten, dass ich auch mal so ein zartes Wesen ablichten kann. *seufz*
    Deine August-Umsetzung von GdS. gefällt mir richtig gut.
    Vielen Dank für den Besuch bei mir . Habe mich sehr darüber gefreut.
    Nimm doch ruhig auch das Treppenhaus. Ist doch schön zu sehen welchen Blickwinkel ein anderer so wählt. Ich finds interessant.
    LG, Thea

    • Schönen Dank, Thea! Was das Treppenhaus betrifft, da hab‘ ich mal ein bisschen in meinem Archiv gekramt und entgegen aller Erwartung doch eine ganze Menge Bilder gefunden, die dem Thema ‚Upside Down‘ gerecht werden, ich hab‘ also die Qual der Wahl 😉

  6. Sind wirklich starke Aufnahmen geworden, bei diesen schnellen Flugkuenstlern nicht immer einfach. Der Versuch diese netten Insekten im Flug zu erwischen ist mir leider auch noch nicht gelungen. Habe aber dadurch schon viel Uebung mit dem schnellen Auf-und Abbau des Stativs:-)) Auch die Erfahrungen ohne Stativ waren sehr lehrreich, aber hallo, gut dass mich niemand dabei beobachten konnte:-)))

    saludos Ruediger

    • „Auch die Erfahrungen ohne Stativ waren sehr lehrreich, aber hallo, gut dass mich niemand dabei beobachten konnte:-)))“
      Das dachte ich mir auch, als ich wie ein Anfänger mit der Kamera vor dem Auge in der Luft rumfuhrwerkte! *lach*
      Dankeschön, Ruediger! 🙂

  7. So, Geheimcode wird hier also auch benutzt: Süße, hätten wir mehr Zeit gehab, hätte ich Dir den Rest auch noch gezeigt. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben Ich fürchte allerdings, auch ein Dechiffrierexperte gerät da an seine Grenzen; er müsste auch Gedankenlesen können 🙂
    Zu den Fotos kann ich nur sagen: toll. Und ich finde an Reihenaufnahmen nichts despekTIERliches – die Libellen sicher auch nicht, wenn das Resultat ein so schönes ist 😉 Was wäre erst herausgekommen, WENN Du das Objektiv gewechselt hättest *fg*
    LG,
    Ralph

    • Erst mal Vielen Herzlichen Dank für das dicke Lob, Ralph *freu*

      Aber mit Geheimcode hat meine Danksagung an Nelia nix zu tun, mit ‚Rest‘ ist einfach nur der restliche Stadtpark gemeint, da braucht’s doch keinen Dechiffrierexperten 😉

      Wenn ich das Objektiv gewechselt hätte, wären wahrscheinlich noch ein paar hundert Aufnahmen dazugekommen, weil das Makro noch sensibler auf Verwackelung reagiert. Und dann würden diese Bilder vermutlich immer noch darauf warten, sortiert und aus-sortiert zu werden, weil mich allein schon das Wissen um die Masse überfordert – und ob die Bilder dann wirklich besser geworden wären, weiß nur Gott allein 🙂

  8. Wow, ich beneide dich um die tollen Fotos. Ich habe es bisher noch nicht geschafft, eine Libelle vor die Linse zu bekommen.

    Danke, leider fehlt mir dafür zum aktuellen Thema jegliche Idee :/

  9. Dankeschön, Nicki 🙂 Das mit den Libellen ist leichter als ich gedacht hatte. Man muss nur wissen, wo es welche gibt (zumeist an Seen im und um das Schilf herum) und viel Geduld mitbringen. Ach ja – Libellen lieben die Sonne und meiden den Schatten!

  10. Ein Heidelibellen-Männchen hatte ich sogar mal auf meiner Hand! Aber für diese nächste Nähe musste ich mein Objektiv wechseln. Was hab ich also gemacht? Sie wieder abgesetzt, gewechselt, andere Hand hingehalten (es nimmt wieder Platz) und mit der rechten dann die Kamera gehalten. Uuund Klick! hatte ich den Fotobeweis 🙂

    Ich wollte damit nur sagen: Die Heidelibelle ist so zutraulich, von der kann man auf jeden Fall ganz viele Knalleraufnahmen machen. Nur mit der Blaugrünen Mosaikjungfer hatte ich echt Pech heute. War im Klettenbergpark, und die wollte sich aber auch nie hinsetzen!

    Genug geredet. Tolle Bilder. 🙂

    • Ja, die Heidelibellen haben echt die Ruhe weg. Leider scheinen sie sich lieber auf warme Steine zu setzen als auf Schilfhalme, was für ein Foto natürlich vorteilhafter wäre 😉

      Aber eine Heidelibelle auf Deiner Hand ist ja ein tolles Erlebnis! Ich bin sehr gespannt auf diese Bilder, Deinen Blog habe ich eben entdeckt und werde später, wenn mehr Zeit ist, mal genauer reinschnuppern. Schön, dass Du Dich für dasselbe Theme entschieden hast 😉

  11. Also ich hab deine Seite erst heute entdeckt. Glaub mir einfach, dass das mit den gleichen Themes ein Zufall ist 😀

    Och, ich hab da schon so’n paar Heidelibellen auf Schilf… Sieht beides gut aus, auf Grünzeug und auf Steinen!

    • Oh, so hatte ich das nicht gemeint, natürlich bin ich nicht die einzige mit diesem Theme *lach* Meine liebste beste Freundin Colognelia, die Du ja ebenfalls schon ‚getroffen‘ hast, hatte es früher auch 😉

      Deine Heidelibellen, bzw. Blog nehme ich mir nachher vor… 😉

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