Sightseeing in Frankfurt am Main

Es sind tatsächlich schon wieder über vier Wochen ins Land gezogen, seit Sandra und ich in Frankfurt um die Häuser gezogen sind. Im Gegensatz zu mir hatte sie ihre Bilder bereits nach zwei Tagen online…
Ich reiche meine Sightseeing-Tour aber nicht ohne Grund mit massiver Verspätung nach, denn im Laufe dieses Jahres hat sich ein hübsches Sümmchen an Frankfurter Bildern angesammelt, von denen ich Euch, zusammen mit denen, die während meines Rundgangs mit Sandra entstanden sind, eine kleine Auswahl präsentieren möchte.

Lasst uns also mit dem Frankfurter Rund-Schuss beginnen 🙂

Hochwasser ist in den seltensten Fällen eine erfreuliche Angelegenheit. Und ich kann auch nicht wirklich befreit drauflos knipsen, wenn ich mich derartiger ‚Wetterkapriolen‘ gegenüber sehe – man kann mir viel vorwerfen,  zu den schaulustigen Katastrophentouristen gehöre ich aber nicht. Hat man die Kamera allerdings sowieso immer dabei und lässt der Himmel das Hochwasser in gar wunderbarem Blau schimmern, dann kann man dem Dilemma sogar noch etwas schönes abgewinnen.  In visuellem Sinne natürlich…

Nachdem mein Göttergatte und ich an diesem nachmittäglichen Sonntag des 16. Januar 2011 mit gemischten Gefühlen dem Hochwasser in der Frankfurter City ansichtig geworden waren, sind wir, weil das Wetter absolut traumhaft, wenn auch kalt war, abends kurzentschlossen nochmal in die Stadt gefahren. Dabei sind weitaus mehr Bilder entstanden als die hier gezeigten. Aber meine Wenigkeit war wiedermal so blöd, das Stativ zuhause liegenzulassen, was zur Folge hatte, dass die meisten der Nachtschüsse in der Tonne gelandet sind *grmpf*

Die einzelnen Bilder von oben links nach rechts unten:

1 – Frankfurter Hauptbahnhof
2 – Die Ringe Kastor und Pollux, Symbole für den gleichnamigen Zwillingsturm-Komplex  ‚Forum‘, welche die Ringe flankieren.
3 – Blick in den Messeturm | Mitte – Messe Frankfurt, Festhalle | 5 – Tower 185
6 – Westend Tower | 7 – Tower 185

Hinter dem Rund des Tower 185 erahnt man auf Foto Nr.7 ganz leicht nur den Turm, dem der Tower seinen Namen verdankt. Diesen Turm habe ich – leider erfolglos – versucht, in das Bild mit einzubeziehen. Hätte ich das Stativ dabei gehabt, wäre es wahrscheinlich auf – um Sandra zu zitieren – ‚HDR für Arme‘ hinausgelaufen, sprich, manuelle Bastelstunde. Die Zeit dafür hätte ich mir gerne genommen…

Um Euch zu zeigen, was sich hinter den Zwillingstürmen Kastor und Pollux verbirgt, rechts, sich gegenüberstehend die Zwillingstürme (fragt mich jetzt bitte nicht, welcher welcher ist…), mittig der Messeturm und links das Marriott Hotel

Einer meiner Frankfurter Ausflüge brachte mich auch nach Bockenheim, wo ich die Skulptur ‚Body of Knowledge vermutete. Ich hatte sie auf frankfurterbilder.de gesehen und wollte unbedingt selbst dorthin. Übersehen habe ich dabei, dass es fünf verschiedene Johan-Wolfgang-von-Goethe-, sprich, Goethe-Uni-Gelände gibt. Natürlich suchte ich auf dem falschen. Zum Glück, kann ich nur sagen. Anhand der folgenden Bilderreihe werdet Ihr mir sicher beipflichten. Aber nicht, weil vielleicht die Bilder so toll sind, sondern die Motive!
Zu sehen hier die U-Bahn-Haltestelle Bockenheimer Warte

Dank Internet fand ich ‚Body of Knowledge‘ dann auf dem Westend Campus der Goethe-Uni und durfte sie am darauffolgenden Wochenende dann doch noch ablichten.

Im diesjährigen Mai hatten mein Göttergatte und ich das Glück, mit augezeichnetem Wetter gesegnet zu sein. Und das im Urlaub! Beste Voraussetzungen also für mehrere kleine private Sightseeing Touren 🙂
Eine davon führte uns, vorbei am Henninger Turm…

… zum Goetheturm, mit seinen 43 Metern Höhe einer der höchsten hölzernen Aussichtstürme Deutschlands. Von dort oben könnte man bestimmt ein paar außergewöhnliche Schüsse machen! Wenn er nicht zufällig bis 2012 saniert werden würde *grmpf* Naja, so nimmt man halt mit, was geht…

Nach einer kleinen Stärkung im Goethe-Café, welches sich idyllischerweise am Fuße des gleichnamigen Turms im Freien befindet, ging’s Richtung City. Zu Fuß natürlich – wo bleibt denn sonst das Erlebnis? 😉

Und da, liebe Sandra, kamen wir an dem Platz vorbei, der mir bei unserem kleinen Rundgang um das Deutschherrnufer herum leider viel zu spät eingefallen ist – den Walther-von-Cronberg-Platz mit seinem imposanten Lindner Hotel & Residence Main Plaza. Das Hotel – gebaut im Stil der New Yorker Großstadtkultur der 30er Jahre – sieht man schon von weitem. Hier von der Flößerbrücke aus…

… und hier, wenn man direkt davor steht

Direkt vor der Pforte dieses stilvollen Turms kann man in der stilvollen Lounge im Freien unter stilvollen Sonnenschirmen ganz stilvoll an stilvollen Drinks nippen. Zu stilvollen Preisen, of course 😉 Mein Göttergatte und ich haben uns mit einem stilvollen Blick auf das menschenleere Ambiente begnügt und uns den ständig wechselnden Wasserfontänen des gegenüberliegenden Springbrunnens zugewendet.

Als wir dann die Flößerbrücke überquert und ein Stück querfeldein gegangen waren, stießen wir auf dieses Prachtstück von einem Springbrunnen…

Weiter ging’s zu einem Abstecher in die traditionelle Frankfurter Kleinmarkthalle – die große gibt’s ja nicht mehr – die ich auch noch nie besichtigt hatte…

… vorbei am Römer, den ich schon hundertmal überquert habe…

… und ein Schuss vom Schaumainkai aus über den Main hinweg zum Untermainkai, bevor’s zur Straßenbahn ging – ab nach Schwanheim zu unserem Lieblingsgriechen. So viele Fuß-Kilometer schreien nach einer Belohnung 😉

Doch die Straßenbahn muss erst mal kommen. Also nutzt man die Zeit und versucht, der sich langsam verabschiedenden Sonne den Umständen entsprechend noch das beste abzugewinnen. In diesem Falle vom Theodor-Stern-Kai aus, Straßenbahnhaltestelle Universitätsklinikum, Niederrad. Den grünen Zylinder nennt man das ‚Gerippte‘, weil er…

… an unser typisch-hessisches Äpplwoiglas erinnert. Wenn Ihr mal vergleichsweise ’nen Blick werfen wollt…

geblendet und motiv-iert

Vier Tage später frequentierte Sandra  meine Wahlheimatstadt. Am Tag ihrer Ankunft in Frankfurt schickte sie mir eine bin-jetzt-da SMS, die ich erst am nächsten Tag entdeckte – manchmal hör‘ ich mein Handy halt nicht… Es war aber immer noch Zeit genug und so legten wir unser Treffen auf Sonntag vormittag. Das Wetter war bombig – ideale Voraussetzungen für eine Mini-Fototour!

Ich wollte pünktlich sein, also kam ich schon frühzeitig an der Hauptwache an. 9:00 Uhr morgens ist eine gute Zeit, um  den Touristenmassen zu entgehen. So konnte ich in aller Ruhe die Zeilgalerie auf der gleichnamigen Einkaufsmeile ins Visier nehmen…

… und mich den Vorhängeschlössern widmen, die nach dem Kölner Vorbild Hohenzollernbrücke von Liebespärchen an die Streben des Eisernen Stegs gehängt und deren Schlüssel zum Zeichen ewiger Liebe in den Main geworfen werden.

Man vermutet, dass dieser Brauch italienischen Ursprungs ist. Gesehen hab‘ ich’s zuerst in Köln – eine ARMADA von Liebesschlössern! Und dabei hingen im Januar 2009 erst ca. 300 Stück an der 400 Meter langen Hohenzollernbrücke…

Den Frankfurter Dom, aus recht unromantischer Perspektive, nahm ich auch noch mit, bevor es dann losgehen konnte.

Nach Herzlicher Begrüßung und vorsichtiger Begutachung ihrer EOS 60D inklusive kurzer technischer Erläuterung, schlenderten Sandra und ich dann ohne Unterlass plaudernd über den Eisernen Steg…

…  zum Römerberg, an der Schirn vorbei…

… zum Frankfurter Dom…

… den ich vier Tage vorher auf meiner Tour mit Michi das erste Mal von innen besichtigen durfte. An Fotos war an diesem Tag jedoch nicht zu denken, da Unmassen von Touristen jedweden Versuch auf ein halbwegs gelungenes Bild vereitelt hatten. Es war nicht zu erwarten, dass Sandra und mir die Sterne ausgerechnet heute gewogener wären, trotzdem wollten wir mal einen Blick hineinwerfen. Gugge därf mer ja…

Drinnen wurde gerade ein Gottesdienst abgehalten. Sandra und ich standen wenige Meter vom Eingang entfernt im hinteren Teil der Kirche, die durch eine geschlossene Gittertür vom Kirchenschiff abgegrenzt war. Auf einem A4-Blatt stand zu lesen: „Keine Besichtigung während des Gottesdienstes.“ Ein betagter, aber durchaus noch rüstiger, goßer Kirchendiener passte auf, dass man sich auch daran hielt. Dass durch die sitzenden Gottesdienstbesucher der Blick auf den Altar und die dahinterliegenden Fenster freilag, schien mir wie ein Wink des Himmels, also zückte ich die Kamera. Aus den Augenwinkeln heraus sah ich den Kirchendiener behende auf mich zueilen und ohne den Blick vom Sucher zu wenden, raunte ich ihm zu: „Kein Blitz“, oder „Ich blitze nicht“, etwas in der Art. Schien den Mann aber nicht zu interessieren. Wortlos packte er mich am Arm und ‚geleitete‘ mich energischen Schrittes zum Ausgang. Ich konnte grade noch ein, „Oh, wie christlich“ loswerden –  was er mit „Dankeschön“ quittierte – bevor er mich vor die Tür setzte. Diesen Akt der Nächstenliebe haben Sandra und ich dann draußen ausführlich seziert *lach*

Weiter ging’s zur Paulskirche, zu deren Besichtigung ich vier Tage vorher um genau zehn Minuten zu spät kam. Heute war sie offen! Aber von kirchlicher Atmosphäre keine Spur. Man betrat eine runde Halle, in deren Mitte… ach, ich kann das nicht erklären, schaut einfach mal hier >>>
Sandra und ich sahen davon ab, das Kirchenschiff zu suchen. Stattdessen entdeckte sie ein recht interessantes Fenster, an dem ich wahrscheinlich, blind wie ich nun mal bin, vorbeimarschiert wäre 🙂
Sie gab mir den Tip, eine kleine Blende zu wählen – auf diese Idee wäre ich nie gekommen, weil ich von vornherein vermutet hätte, dass das Bild dann viel zu dunkel und vewackelt werden würde. Ich wurde eines besseren belehrt…

Zum folgenden Bild kann ich gar nichts sagen, weil Sandra und ich uns mit dem Gegenlicht abmühten. Deshalb weiß ich über das vemutlich historische Gebäude überhaupt nichts, dessen Durchgang zu eben diesem Innenhof uns gegenlichttechnisch einiges abverlangte 🙂

Übrigens, Sandra: Danke für den Tipp, „Sonne lacht, Blende 8“!

Nach Überquerung der Alten Brücke…

… fesselte ein rostiges Fahrrad unserer beider Aufmerksamkeit – ein Geschenk für jeden Fotografen!

An diesem alten Ding hatten wir uns regelrecht festgebissen – was die männliche Hälfte des älteren Ehepaars, das uns wohl schon eine ganze Weile beobachtet hatte,  mit, „ich hätte da auch noch eins im Keller“ quittierte *lach* Wir plauderten kurz und dann zog das betagte Gespann von dannen. Auf Fahrrädern 😉

Bei der Sonnenuhr…

… bewies Sandra eineutig mehr Fantasie als ich >>>

Hier habe ich – ich gebe es zu – gebastelt, denn das Gegenlicht erwies sich auch hier wieder als Stolperstein. Also 1 x Mauer fokussiert, 1 x die Brücke in der Ferne und dann zusammengewurschtelt 😉

Die zwei Stunden vergingen viel zu schnell und als Sandra sich verabschiedet hatte und ich über den Eisernen Steg Richtung Hauptwache dackelte, versuchte ich mich nochmal am Fankfurter Dom, diesmal aus einer – wie ich hoffe – romantischeren Perspektive 😉

Liebe Sandra,

Vielen Herzlichen Dank für diesen tollen Sonntagvormittag! 🙂

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~ von PeM - 1. Juli 2011.

18 Antworten to “Sightseeing in Frankfurt am Main”

  1. Ein wunderschöner Rundgang durch Frankfurt. Dabei Motive, die nicht jeder Tourist zu sehen bekommt. Ganz herrliche Bilder.

  2. *tussigindieHändeklatschvorFreude
    *hach, Petra, was für ein wunderbarer Bericht! Du solltest mich jetzt sehen, breit grinsend vor dem Lappi sitzend… 😀
    Deine Schreibe ist wie deine Fotos: ganz grosses Kino!!
    Umarmung zu dir, den „stilvollen Platz mit stilvollem Ambiente und stilvollen Preisen besuchen wir einfach das nächste Jahr.
    Liebe Grüsse,
    Sandra

    PS: Das letzte Domfoto ist grandios, ganz toll!

  3. Oh, und übrigens, in der Pauluskirche, da meinte ich eine kleine Blendenzahl…gut, dass du mich missverstanden hast, das Foto ist super geworden!

  4. Mensch Meier! Das ist ja wieder mal ein ganz toller Blog in Wort und Bild. Es sind einfach zu viele schöne Bilder und interessante Motive, als dass ich da jedes aufzählen könnte, das mir besonders gefällt, aber das Foto mit der „verwirrten“ Blende in der Kirche ist ganz Klasse geworden! Du musst echt ne unglaublich ruhige Hand haben! 🙂 Auch den Goethe-Turm von unten find ich super, und der Westend-Tower mit der leuchtenden „Krone“ hat was.

    • Herzlichen Dank, Süße *freu* Eine unglaublich ruhige Hand habe ich eher nicht, glaube ich, das war wol zu einem großen Teil Glück und der Rest PI *lach*

  5. Wunderschöne Bilder und ein toller Bericht.
    Ich war erst einmal in Frankfurt (die Besuche auf dem Airport nicht mitgezählt) – und ich glaub, ich muß da doch noch mal hin… Deine Fotos machen jedenfalls Lust darauf.

    • Vielen Lieben Dank, petrahannover! Mit der Kamera in der Hand sieht man vieles mit anderen Augen. Und man sieht vieles, das man vorher nie beachtet hat. Das Projekt 365 (One Photo a Day) war zwar oft auch Stress, aber ein sehr lehrreiches Jahr, für das ich Colognelia sehr dankbar bin, denn die Teilnahme war ihre Idee 🙂

  6. Sehr abwechslungsreiche Fotografie die Du hier zeigst, jedes einzelne hat seinen Reiz. Starke Perspektiven, gut gewaehlte Bildgestaltung, Frankfurt ist eine Reise wert. saludos

    • Vielen Herzlichen Dank auch Dir, lieber Ruediger! *freu* Ich darf gar nicht an die Städte/Länder denken, die WIRKLICH eine Reise wert sind, und Paraguay gehört da mit Sicherheit dazu 😉

  7. Boahhh, das sind super Fotos !!!

  8. Hallo Petra
    ich war bis jetzt nur auf dem Flughafen, deshalb danke für die Besichtigungstour. Zu den Schlössern und Brauch aus Italien: bei uns gab es auch mal eine Brücke, welche regelrecht von diesen Schlössern voll war und verstärkt werden musste. Die Schlösser wurden aber hier von den jungen Militärabgängern drangehängt, welche damals noch den Militärdienst in Meran absolviert haben. Inzwischen gibt es ja den Pflichtdienst nicht mehr und somit auch keine Abgänger und Schlösser mehr. Die Schlösser waren immer jene, mit denen sie den Spind abgeschlossen hatten.
    LG Siglinde

    • Herzlichen Dank, Siglinde! 🙂

      „Die Schlösser wurden aber hier von den jungen Militärabgängern drangehängt… waren immer jene, mit denen sie den Spind abgeschlossen hatten.“

      Ach, das ist aber auch eine tolle Idee! Eine wunderschöne sogar. Vielen Dank für die Aufklärung!

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