Schillernde Schilf-Schönheiten im Tümpel des Grauens

Im Falle der Begeisterung ist die Ansteckung ein zweifellos erfreulicher Aspekt. Und durchaus erwünscht! Demzufolge lösten Colognelia’s Exkursionen ins Reich der Libellen bei mir einen immensen Motivationsschub aus, gefolgt von dem Wunsch: will auch!
Wenn Ihr mal einen Blick in ihr flickr-Album werfen möchtet…

Als am Dienstag dann die Sonne der Wettervorhersage unvermutet den Mittelfinger zeigte, machte ich mich kurzentschlossen auf den Weg zum Stadtpark. Dort wußte ich einen Tümpel, wo ich nach eingehendem Google-Studium diese Göttlichen Geschöpfe vermutete. Naja. Erhoffte, wäre wohl korrekter, denn jeder, der diesen Tümpel von weitem sieht, würde hier wohl kaum noch Leben erwarten, geschweige denn, auf Libellen hoffen.
Im Durchmesser etwa fünf bis sechs Meter, ca. sechzig Zentimeter tief (soweit die brackig-graue Brühe diese vorsichtige Schätzung erlaubt) und dicht umrandet von Goliath-hohem Schilf, bei dem zu allem Überfluss nicht zu erkennen ist, wie viele Schritte (un-) nötig sind, um sich nasse Füße zu holen.

Ferner keucht und fleucht es überall und die Gefahr, von Mücken zerstochen wie ein Streuselkuchen nach Hause zu kommen, ist groß. Tja, das ist die Natur, Baby, take it or leave it! 🙂

Doch bevor ich der ersten Schilf-Königin ansichtig werden durfte, kämpfte ich mit dem Lauf der Sonne, die alsbald hinter den Baumwipfeln zu verschwinden drohte, und einem telefonierenden Frauchen, die mich mit ihren zwei Vierbeinern zu verfolgen schien. Der Frosch, der mich zu Tode erschreckt hat, weil er direkt neben mir laut plumpsend ins seichte Gewässer hüpfte – ich glaube, ich wäre ihm beinahe auf die Froschschenkel gelatscht… – war noch die angenehmste Ablenkung. Das heißt… eigentlich waren es die Marienkäfer. Unzählige tummelten sich auf den schlanken Schilfblättern und zwar vornehmlich im Doppelpack. Hm. Offenbar platzte ich da mitten in was rein… Würde ich mir jetzt eine Handvoll ‚Ladybugs‘ einsacken, wäre ich die Blattläuse in meinen Balkonblumen ratzfatz los 🙂

Spaß beiseite, die Makrolinse hatte ich zuhause gelassen, da ich nicht wußte, ob ich überhaupt eine Libelle zu Gesicht bekommen würde, geschweige denn, wie dicht sie einen ranlassen. So schien das 250er Zoom für den Anfang die bessere Wahl. Würde ich Glück haben, könnte ich mit dem Makro immer noch zurück kommen.

Schatten ummantelte den Tümpel des Grauens zu zwei Dritteln, also begab ich mich hoffnungsvoll zu dem letzten, beschienenen Drittel, und da waren sie – vier, oder fünf Libellen tanzten ästhetisch im Licht der Sonne und hin und wieder taten sie mir sogar den Gefallen, sich auch mal hinzusetzen 🙂

Soweit ich das als Laie beurteilen kann, waren es anfangs drei unterschiedliche Libellen-Arten. Leider war die rot-schwarze verschwunden, bevor ich die Kamera ein erstes Mal auf sie richten konnte.

Natürlich sind diese Aufnahmen von einer Offenbarung noch weit entfernt. Aber es sind meine allerersten Libellen-Bilder und ich freue mich, dass mir wenigstens diese drei (von 42) gelingen konnten, bevor die Sonne, und somit auch die letzte Libelle verschwand…

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~ von PeM - 9. Juni 2011.

29 Antworten to “Schillernde Schilf-Schönheiten im Tümpel des Grauens”

  1. ganz toll, deine Libellen sind schön! und die Marienkäfer auch. Übrigens hättest du ein solches Pärchen locker einpacken können. Das Liebesspiel der Ladybugs dauert mehrere Stunden… 😀
    Bis die fertig gewesen wären, hättest du sie bereits an den gedeckten Tisch zuhause setzen können *lautlach
    LG; Sandra

    • Hahaa! Na, wenn ich das vorher gewußt hätte, hätte ich ein entsprechendes Gefäß eingepackt, die Umsiedelung hätten’se im Eifer des Gefechts vielleicht gar nicht bemerkt 🙂
      Dankeschön, Sandra!

  2. Wunderbar sind deine Bilder. Du stapelst tief. 🙂 Du hast ja einiges auf dich genommen, um diese herrlichen Makros zu machen. Vergiss nicht, dich auf Zecken abzusuchen. Waren die Marienkäfer übrigens damit einverstanden, dass du sie „in dieser Situation“ ablichtest?

    • Wie – Zecken? Du meinst tatsächlich Zecken? Im Schilf? MUAH! Nein, ich habe natürlich NICHT nach Zecken gesucht. OhGottOhGottOhGott…

      Ute42: „Waren die Marienkäfer übrigens damit einverstanden, dass du sie „in dieser Situation“ ablichtest?“
      Du hast recht, ich hätte sie fragen sollen *lach*

      Vielen Herzlichen Dank auch Dir, liebe Ute *freu*

  3. Oh wie allerliebst!!! Da hast Du gleich nen Volltreffer gelandet und die Gebänderte Prachtlibelle erwischt, die blauen sind die Männchen, die Weichchen sind grün. Offenbar saßen sie gerade auf dem „gedeckten Tisch“. Ich finde die Bilder ziemlich gut, vor allem für die erste Exkursion dieser Art, so gut hab ich sie letzte Woche nicht erwischt! Und es freut mich, dass ich Dich mit meinem Libellenjagdfieber anstecken konnte 😉 – danke auch für’s Verlinken.

    Das scheint ein verheißungsvoller Tümpel zu sein! Ich hatte ja an dem braunen, brackigen Teich in der Wahner Heide auch gedacht: da lebt wohl nix drin – und da waren sie: die vielen Libellen. Tja, so ist das in der Welt, der Lotus kriecht auch aus schlammigem Untergrund und streckt dann so eine göttliche Blüte der Sonne entgegen!

    Die Marienkäfer sind ja auch ganz süß getroffen! 😀

    • Ganz Herzlichen Dank, meine Liebe *freu*
      Haha, ja, mein erster Gedanke beim Sichten der Bilder war: Mahlzeit 🙂

      Was, die grünen und die blauen sind dieselbe Sorte? Boah, die sehen aus wie zwei völlig verschiedene, is‘ ja’n Ding! Vor allem, weil die Männchen (bei allen Tierarten) immer schöner sind – hier kann man das gar nicht sagen, die sind beide ein Traum *lach*

      Auf einigen Websites hatte ich gelesen, dass einige Libellenarten in / bei verschmutzten Gewässern leben, aber ehrlich, wenn du dieses Sumpfloch gesehen hättest! *KoppSchüttel* Obwohl – auch in Sümpfen leben Libellen. Ich muss da noch mal hin, in diesem Park sind ja noch zwei Seen. Da leben auch Enten und Nilgänse (!), ich hoffe, Libellen stehen nicht auf deren Speiseplan 😉

      Das mit demLotus wußte ich gar nicht…

      • Ich kann übringens bestätigen, dass Petra NILGÄNSE kennt, die hat sie mir in Frankfurt mit Hinweis auf dein Wissen, Colognelia, nämlich gezeigt! *wichtignick

      • Ich kann übringens bestätigen, dass Petra NILGÄNSE kennt, die hat sie mir in Frankfurt mit Hinweis auf dein Wissen, Colognelia, nämlich gezeigt! *wichtignick
        …und übrigens, warum warst DU eigentlich nicht auch in FFM dabei, Colognelia? Ich seh‘ schon, ich muss bald wieder hochfliegen!

      • ups, doppelt…

      • @Blende77: Ich wusste erst ganz kurz vorher, dass Du in FFM bist. 😉 Meine FFM-Exkursion steht noch bevor. Deine Fotos waren schön!

  4. Rot lackiert mit schwarzen Punkten
    saß ein Käfer auf dem Blatt.
    In dem Teich die Frösche unkten:
    Was der wohl im Schilde hat?
    Käfer sah nur seine Beute
    fing sich eine grüne Laus.
    Ha, wie sich der Käfer freute,
    fraß sie gleich und flog nach Haus.
    Und die dicken Frösche sagten:
    “Wie der Kerl sich wohl benennt?”
    Und sie fragten und sie fragten,
    doch kein Frosch den Namen kennt.
    (altes Kinderlied) 😉

  5. Hast du ein Glück und alles ohne Makro, klasse!!!

  6. @Sandra: Wenn auch nur die geringste Chance beständen hätte, dass Colognelia auch hätte kommen können, hätte ich ihr schon weit vorher von unserem Treffen erzählt, so dass sie hätte dabei sein können, aber ich wußte, dass es bei ihr nicht ging. So wollte ich sie dann hinterher mit ‚Beweisfoto‘ überraschen, im Sinne von, „Ach übrigens, Sandra und ich hatten heute morgen ein kleines Meeting in Frankfurt“ *lach*.
    Ich hab’s ihr dann aber doch einen Tag vorher gesagt, weil ich mich auf das Treffen mit Dir gefreut habe und es einfach nicht mehr zurückhalten konnte 🙂

  7. GrossARTige Aufnahmen , excellent die Bildgestaltung, bin begeistert von Deinen Makroaufnahmen.
    Aber Achtung, Makrofotografie hat einen hohen Suchtfaktor:-)

    saludos

  8. Toller Blog Titel! (…nur mal so erwähnt…)
    Klasse Bidler!! 🙂

  9. @ Sandra: Ja, erste Wahl war ‚geblendet‘, zweite ‚objektiv‘, was ja auch schon besetzt ist. Dann hätte mir noch ‚aufgeblitzt‘ gefallen, damit wär‘ ich aber am Ziel vorbeigeschossen, weil ich den Blitz selten einsetze. ‚Motiviert‘ gibt’s bei WP auch schon, und dann erst hatte ich die glorreiche Idee mt dem Bindestrich *lach*

    • Ach so… ich hatte bei Dragonfly als Blogtitel hier „Schillernde Schilfschönheiten…“ verstanden. Übrigens dürfte dies hier wohl Dein kommentarreichster Blogeintrag sein, oder? 😉

      • Ach sooo! *KoppKlatsch* Den Titel des Artikels meinte Dragonfly? Ich dachte, sie meinte den Namen des Blogs 🙂 Yoh, sind reichlich …

  10. So wie Du den Tümpel beschreibst ist es vielleicht für den Mensch nicht gerade das Paradies, für solche Insekten aber schon *gg*. Deine Fotos sind total klasse und sogar eine Prachtlibelle hast Du erwischt, die gefällt mir von allen Libellen am besten.

    LG Soni

    • Ja klar ist es für die Tiere ein Paradies, und das soll es auch bleiben – ich wäre entsetzt, wenn der Tümpel eines Tages nicht mehr da wäre, denn solange man sich darin nicht auf Libellensuche begibt, ist er von außen aus der Distanz betrachtet wunderschön! Sehr klein zwar, aber groß genug für alles, was darin keucht und fleucht 🙂

      Oje, ich könnte nicht sagen, welche Libellen mir am besten gefallen, es gibt ja sooo viele, die ich wahrscheinlich noch nicht mal gesehen habe. Mich faszinieren diese kleinen ‚Viecherchen‘ einfach 🙂

      Herzlichen Dank, Soni!

  11. wow, die bilder sind dir wirklich wahnsinnig gut gelungen, super schöne schärfe und tolle farben!

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